 | | St. Nikolai |
Jeder Heimatfreund der nach Bötzow kommt, wird in erster Linie durch die
interessante mittelalterliche Kirche angezogen.
Sie ist ein Feldsteinbau in Saalform mit fünfseitigem Ostschluss und
ungewöhnlich steilem Dach. Am Ostschluss treten mehrere Strebepfeiler
hervor.
Der quadratische Westturm hat die Breite des Schiffes und
wirkt wuchtig. Der jetzige Abschluss aus dem 18. Jahrhundert
(in der Windfahne steht die Jahreszahl 1757), der aus einem
geschweiften Zeltdach mit schlankem Kuppeltürmchen besteht,
besitzt in unserer Mark wohl kaum ein Gegenstück.
 | | Turmportal |
Das Turmportal ist
spitzbogig und aus Formziegeln hergestellt. In diesen Ziegeln finden
sich auch einige jener merkwürdigen runden Vertiefungen, die man als
Näpfchen bezeichnet und die auf künstlichem Wege entstanden sind.
Über ihren Ursprung und ihre Bedeutung herrscht zur Zeit noch keine
völlige Klarheit. Sie scheinen jedoch abergläubischen Zwecken
gedient zu haben.
1704 wurde das Gotteshaus gänzlich erneuert. Als man dabei nach
Beckmanns Angaben den Altar abbrach, um ihn etwas weiter nach vorn zu
verlegen, fand sich unter einem Quaderstein ein kleines grünes
Töpfchen mit Reliquien.
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Es waren:
- ein Stückchen Holz (Splitter vom Kreuz Christi?) in einem rötlichen
seidenen Lappen, ein Stückchen von einem Knochen in einem grünen Stoff,
- eine Masse, die geronnenem Blut ähnlich sah in einem gelblichen und
- ein kleines Wachsgesichtchen in einem bräunlichen Läppchen.
Dabei lag ein beschriebenes Pergament. Die Schrift konnte man nicht
mehr lesen, außer den Namen St. Nicolaus, der mehrmals vorhanden war.
Ohne Zweifel war dieses Pergament die Weihurkunde des St. Nicolaus,
der Kirchenheilige, dem das Gotteshaus geweiht wurde.
 | | der Altar |
Die Bötzower Kirche ist in ihrer heutigen Gestalt spätgotisch
und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es ist nun auffällig, dass
eine so spät entstandene Kirche dem ältesten Kirchenheiligen der
Mark, dem heiligen Nicolaus geweiht wurde. Sicher handelt es sich
jedoch um den Umbau eines älteren Gotteshauses, dessen Patron schon
der heilige Nicolaus war.
Die Kirche hat eine flache Decke. Der Kanzelaltar wurde 1706
aufgestellt. Er zeigt prächtige Schnitzereien und ist oben mit einer
Sonne und dem Monogram FR (Friedericus Rex) geschmückt.
Die schöne Orgel stammt laut Inschrift aus dem Jahre 1743.
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