Nach dem EURO kommt das Platt !
Nur selten hat man den Eindruck, daß in der Politik ernsthaft über die Zukunft nachgedacht wird.Deshalb ist es besonders überraschend, aus eingeweihten Kreisen vertraulich zu erfahren, daß das Jahr 2003 im Fokus von Überlegungen steht. 2003 haben wir bereits statt D-Mark und Pfennigen Euros und Cents in den Taschen. Es darf vermutet werden, daß bei dem guten Trainingzustand hierzulande, mit Veränderungen fertig zu werden, wir uns bereits an die neuen Moneten gewöhnt haben werden. Somit ist in fünf Jahren der Zeitpunkt günstig, von Berlin und Brüssel aus den mündigen Bürgern die nächste große Veränderung nahe zu bringen. In dem heftig zusammenwachsenden Europa brauchen wir natürlich eine gemeinsame Sprache. Etwas verschleiernd spricht man in Bonn von einer Europäischen Verkehrssprache ( EuVesp ), denn die nationalen Idiome sollen unangetastet bleiben - vorerst jedenfalls. Die Argumente für ein solches Verständigungsmittel sind kaum zu widerlegen. Sie werden deshalb hier vor intelligenten Lesern nicht näher ausgeführt. Zu verlockend ist es, vom Nordkap bis nach Afrika, von Polen bis zum Atlantik mit einer Sprache klar zu kommen. Und außerdem braucht man dann keine mehrsprachigen Bedienungsanleitungen und Speisekarten mehr, was das alleine spart! Das Problem ist nur, die richtige Sprache für Europa auszuwählen, ohne Streit unter den Völkerschaften ausbrechen zu lassen. Mit äußerster Vorsicht wird das Problem in Bonn und Brüssel angegangen, denn vieles ist zu berücksichtigen: Englisch geht nicht wegen der Franzosen, Französisch geht nicht wegen der Engländer. Das Deutsche wird gar nicht erst in Erwägung gezogen, da es nicht einmal als richtige europäische Konferenzsprache gilt. Gegen das Flämische sind die Walonen, gegen das Portugiesische die Spanier und umgekehrt usw. Die Kunstsprache Esperanto hat sich seit 100 Jahren nicht durchgesetzt und muß wohl als Fehlgeburt bezeichnet werden. Sehr spät, aber nicht zu spät ist man nun in Bonn und Brüssel auf einen rettenden Gedanken gekommen, der sofort in den verschiedenen politischen und linguistischen Lagern breite Resonanz gefunden hat: Mecklenburger Platt! Die Argumente, die für diese Sprache vorgebracht werden, sind so knapp wie überzeugend. Platt hat Brückenfunktion. Es ist sowohl mit dem Englischen, Flämischen sowie den meisten skandinavischen Sprachen verwandt und hat auch mit dem Deutschen gewisse Ähnlichkeiten. Von Mecklenburg gingen keine europaweiten Kriegshandlungen aus: Die Wikinger kamen aus Dänemark, die Vandalen aus Niedersachsen, Napoleon aus Frankreich und der letzte Größenwahnsinnige aus Österreich usw. Das entscheidende Argument für die Wahl der Sprache ist jedoch die Beobachtung, daß die für die parlamentarische Arbeit so unentbehrlichen Schimpfwörter im Platt eine entschärfte Wirkung und eigentlich keinen Beleidigungswert haben. Das politische Klima wird alleine durch diese Tatsache nachhaltig verbessert und Entscheidungen können so schneller oder überhaupt erst gefällt werden - ohne Verbalinjurien! Die potentiellen Bezeichnungen für Leute mit anderen Meinungen wie Klaugschieter, Düsbüddel, Pöker, Moslock usw. können zwar formal übersetzt, semantisch jedoch in anderen Sprachen nie genau getroffen werden. Die gesetzlichen Grundlagen zur Verbreitung von EuVesp werden jetzt auf Referentenebene vorbereitet. Die Europäische Kommission soll bereits bei der Landesregierung in Schwerin angefragt haben, ob genügend Sprachlehrer für die wichtigen Gremien in Brüssel und Straßburg zur Verfügung gestellt werden können. Sie können! |
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