 | | Dorfansicht um 1939 |
- Übersicht
Erstmals wurde das Dorf "Cotzebant" 1355 in einer Urkunde erwähnt.
Diesen Namen trägt das Dorf bis zum Jahr 1694. Als der Kurfürst Friedrich III
das Dorf von Heinrich Wilhelm von der Gröben kauft, tauft er es in Bötzow um.
Den Namen Bötzow trug das heutige Oranienburg bis zu seiner Umbenennung im Jahr 1653.
Von 1650 an war Cotzebant/Bötzow die Hauptpoststation für das Land Glien
an der Poststraße Berlin - Hamburg.
Mit dem Einzug der Großindustrie in Hennigsdorf und dem damit verbundenem Bedarf
an Arbeitern und deren Unterbringung, wurde 1926 eine Siedlung Neu-Bötzow gegründet.
Diese entstand auf den schlechtesten Böden des 1919 aufgelösten Bötzower Gutes.
Im Jahr 1936 wurden Bötzow und Neu-Bötzow zu Bötzow zusammengefasst.
Die Osthavelländische Kreisbahnen AG baute, unter Anderem, in den Jahren 1903/04
die Kleinbahnstrecke Velten-Bötzow-Nauen und 1908/09 die Strecke
Bötzow-Spandau(Johannesstift). In den Nachkriegsjahren ging der Verkehr
auf der Strecke Bötzow-Spandau immer weiter zurück und so wurde 1953 die
Strecke eingestellt. Auf der Strecke Velten-Bötzow-Nauen wurde der Personenverkehr
1963 eingestellt und 1964 auch der Güterverkehr.
Mit dem Bahnanschluss entstand 1905 in Bötzow West eine Müllverwertung.
Dort wurde der Hausmüll aus Berlin mit der Eisenbahn antransportiert und per
Hand sortiert. Es wurden alle wiederverwertbaren Materialien, wie Glas, Metalle
und Stoff aussortiert und der kompostierbare Rest auf sumpfigen Wiesen zwischen
Bötzow und Wansdorf ausgebracht. Als im Jahr 1917 die Auslademöglichkeiten
erschöpft waren, wurde der Betrieb aufgelöst.
Im Jahr 1920 wurden die Gebäude der ehemaligen Müllverwertung von der Firma
"OEMETA Chemische Werke GmbH" übernommen. Es wurden Bohr- und Schneidöle
dort hergestellt. Ende der 20er Jahre begann man dort mit der Herstellung
von Schleifscheiben. 1952 wurde das Werk selbstständig und nannte sich nun
"VEB Schleifscheibenfabrik Bötzow". Auch heue (2008) werden noch in der
"Bötzower Schleifwerkzeuge GmbH" Schleifscheiben hergestellt.
In den Jahren 1941 bis 1945 wurde auf dem Mathiasberg ein Windkraft-Versuchsfeld
von dem Ingenieur Hermann Honnef betrieben. Hier sind erstmals in Deutschland
Großversuche zur Nutzung der Windenergie betrieben worden. Es wurden 5 Anlagen
mit Leistungen zwischen 500W und 15kW getestet.
Durch die Gründung der Großgemeinde Oberkrämer im Jahr 2002 wurde Bötzow
zu einem Ortsteil von Oberkrämer.
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